1. Geschmack und Duft
Die Cohiba ist wegen ihrer Dreifachfermentation eine recht milde Zigarre durchweg, und so ist es auch bei dieser dunklen Vertreterin, sie schmeckt dezent, sehr leicht ( man glaubt es kaum bei ihrem markant-dunklen Äusseren ), leichte Noten von Kakao und Mandel, kaum süß, feines Tabakaroma und vielleicht so etwas wie karamelisierter Zucker. Der Geschmack wird die Afficionados enttäuschen, die gerne Bolivar Beliciosos, Montechristos oder gar die auch für mich deutlich zu starken Partagas Series D No. 4 rauchen, denn der kräftige, clicheehaft männliche Geschmack geht dieser Zigarre komplett ab, sie ist in diesem Punkt so in etwa die Weicheiervariante der Havanna-Robustos ( und das bei DEM Deckblatt ), aber wenn man auch sanften und dezenten Geschmack leiden mag, so ist er etwas ganz aussergewöhnlich gutes, weil sehr komplexes. Im Falle dieser Zigarre hätte ich möglicherweise statt des Kaffees, den ich dazu hatte, mit einem Glas Wasser besser gestanden, denn sie ist im Geschmack derart leicht, dass man aufpassen muss, dass die im Kaffee nicht untergeht. Dunkles Bier oder gar Whisky, was man sonst vielleicht mal zu einer starken Zigarre geniesset, sollte man hier aber lieber lassen, man wird sonst nämlich nichts mehr schmecken.
Der Duft ist definitiv das Beste an der ganzen Zigarre, so etwas gutes habe ich in der Tat noch niemals vor die Nase bekommen, er ist ausgesprochen intensiv, ohne irgendwie penetrant zu sein, gewaltige Süße mit feinem Tabak eröffnet ungeahnte Dimensionen von wildem Honig, gebrannten Mandeln, Karamell und Schokolade, vielleicht einen Hauch Leder, wirklich himmlisch, wenn man das schmecken könnte, was die Nase da wiederzugeben im Stande ist, dann wäre das Ding schon nicht mehr von dieser Welt.
2. Verarbeitung und Machart
Hier an dieser Stelle muss ich leider diverse Kritikpunkte anbringen, die das Bild dieser bemerkenswerten Zigarre schon etwas verzerren.
Für eine Zigarre im Preisbereich der Cohiba erwartet man berechtigterweise eine tadellose Fertigung. Gerade die bekommt man des öfteren nicht, denn ich muss sagen, dass ich mit zwei von drei Versuchen bei der Cohiba, was die Verarbeitung anging , Probleme hatte, was mich immer weniger Bedürfnis verspüren lässt, es weiter zu versuchen; bei der getesteten Zigarre hatte ich nach etwa einem Drittel einen gewaltigen Schiefbrand und musste korrigieren und dann begann sie etwa bei der zweiten Hälfte derart zu qualmen, dass ich sie dann bei den letzten 4cm ausgemacht habe. Ein solcher Verarbeitungsfehler darf bei einer DER Zigarren schlechthin nicht vorkommen ( und dann noch bei einem zur normalen Robusto noch teureren Spezialformat ) ist aber bei Cohiba, so auch der Tabakhändler meines Vertrauens, an der Tagesordnung. In Zigarrenbüchern, etwa in Anwer Bati´s "Zigarren-Der Guide für Kenner und Geniesser", kann man von einer tadellosen Fertigung der Cohibas lesen, manchmal frage ich mich, ob man den vielleicht bestochen hat..........
Gerüchten nach hat als einzige Cohiba die Siglo Nr. 5 diese Probleme nicht, die ich persönlich noch nicht hatte, ich hab´ es nicht ausprobiert und werde es auch tunlichst bleiben lassen, denn bei diversen anderen Havannas ist die ausgezeichnete Fertigung genauso garantiert, wie der gute Geschmack.