Zigarren Aromen entdecken und richtig erkennen
Wer in die Welt des Zigarrenrauchens eintaucht, wird schnell mit vielen Zigarren Aromen konfrontiert, die sich aus dem Rauch herausschmecken lassen. Für Einsteiger wirken Aromabeschreibungen wie erdig oder pfeffrig oft abstrakt. Viele zweifeln daran, ob sich diese Zigarren Aromen wirklich erkennen lassen. Wenn Fachjournale und Tasting-Runden über das Zusammenspiel einer Vielzahl von Aromen philosophieren, die sich im Rauchverlauf ändern und im Pairing mit einem ganz speziellen Whisky zu einer noch besseren Geschmacksausprägung führen sollen. wir können Ihnen versichern, dass Sie diese tatsächlich schmecken können. Genau deshalb möchte wir mit diesem kurzen Seminarteil alle einladen, die sich bisher mit dem Rausschmecken von Aromen noch schwergetan haben, in die Welt der Zigarren-Aromen beim Zigarren rauchen einzutauchen. Für enthusiastische Zigarrenraucher ist dies einer der spannendsten Bereiche beim Genießen. Mehr erfahren ...
Inhalt
Zigarren Aromen richtig erkennen
Das Herausschmecken der Aromen ist das eigentliche Genießen der Zigarre. Wie bei Whisky, Wein und Speisen, nehmen wir auch die Zigarren-Aromen über den Mundraum und die Zunge wahr. Die Zunge verfügt über vier unterschiedliche Geschmackszentren, welche verschiedene Aromen ansprechen. Da sich der Rauch im Mundraum verteilt, wird nicht nur ein Geschmackszentrum angesprochen, auch die Intensität der Aromaausprägung auf der Zunge hängt dabei sehr stark vom individuellen Rauchverhalten ab und kann zu einem unterschiedlichen Aromaempfinden der Zigarre führen. Für den einen Raucher kann eine Zigarre daher eher erdig schmecken, für den anderen dagegen eher toastig. Das Zuordnen einer Aroma-Familie ist jedoch dennoch möglich.
Die Zonen der Geschmackswahrnehmung auf der Zunge
Zonen der Geschmackswahrnnehmung (v.l.n.r.): süss, sauer, salzig und bitter
Wie schmecken Zigarren?
Die gängigsten Aromen bei Zigarren sind vielfältig und können von verschiedenen Faktoren wie Tabaksorte, Herkunft, Herstellung und Lagerung beeinflusst werden. Hier sind einige der häufigsten Aromen, die Zigarrenliebhaber oft antreffen:
- Holz: Viele Zigarren weisen holzige Aromen auf, die an Eiche, Zeder oder Kiefer erinnern.
- Cremig: Ein cremiges Aroma, das an Sahne, Butter oder Vanille erinnert, sorgt für ein reichhaltiges Mundgefühl und balanciert andere Aromen aus.
- Erdig: Erdige Aromen sind in vielen Zigarren präsent und können an frischen Boden oder Lehm erinnern.
- Nussig: Nussige Aromen, wie die von Mandeln oder Haselnüssen, sind ebenfalls verbreitet.
- Kaffee: Röstaromen oder auch Toastaromen genannt, die an Kaffee oder Espresso erinnern, sind häufig zu finden.
- Schokolade: Einige Zigarren haben süße, schokoladige Noten, die an dunkle Schokolade erinnern.
- Gewürze: Gewürzaromen wie Pfeffer, Zimt oder Muskat sind in vielen Zigarren zu finden.
- Süße: Süßliche Noten können an Karamell, Honig oder Trockenfrüchten erinnern.
- Kräuter: Manchmal treten auch Aromen von Kräutern und Blumen auf.
Die genaue Geschmacksprofilierung kann je nach Zigarre und individuellen Vorlieben stark variieren. Zigarrenliebhaber genießen oft die Entdeckung und das Erkennen dieser verschiedenen Aromen während des Rauchens.
Aromen beim Zigarre-Rauchen

Die Aromen einer Zigarre kann man sowohl im kalten Zug, das bedeutet, wenn die angeschnittene Zigarre, noch nicht angezündet ist, schmecken, wie auch in angezündetem Zustand. Es ist immer wieder spannend, vor dem Anzünden an einer Zigarre zu ziehen und zu versuchen Aromen herauszuschmecken.
Meiner Erfahrung nach sind die Aromen im kalten Zug ausgeprägter, je kräftiger die Tabake sind. Bei kräftigen Nicaragua Zigarren kann man hierbei bereits schokoladige oder erdige Noten herausschmecken. Probieren Sie es einfach einmal aus!
Nach dem Anzünden unterteilt man die Aromaausprägung einer Zigarre in drei Abschnitte: 1. Drittel, 2. Drittel und 3. Drittel. Das erste Drittel ist meist vom Anzünden beeinflusst und eine volle Aromaausprägung noch nicht vorhanden. Die zweiten und dritten Drittel sollten daher die Höhepunkte der Zigarren-Aromen darstellen. Wobei sich die Aromen vom 1. Drittel bis zum 3. Drittel in der Regel verändern. Um die Aromen zu charakterisieren, haben wir den Paul Bugge Aroma Navigator entwickelt, der die 14 verschiedenen Kernaromen aufzeigt.
Beim Herausschmecken der Aromen einer Zigarre werden sich immer ein bis zwei sehr prägende Aromen zeigen, die von begleitenden Aromen im Hintergrund untermalt werden. Durch ein Pairing von Zigarren und Whisky kann sich beispielsweise der Geschmack noch verfeinern oder dessen Ausprägung gegenseitig unterstützen. „The perfect match“ ist z.B. die Kombination der Leonel 10 Anniversaro und dem eigens dafür kreiertem Ron Leonel. Hierbei können die Genusskombinationen noch erweitert und neues ausprobiert werden.
Lassen Sie uns hierzu noch einen kleinen Exkurs zu den Anbaugebieten machen!
Die Herkunftsländer unserer Zigarren und Ihre typischen Aromen
Jede Region, in der Tabake angebaut werden, bringt unterschiedliche Aromen hervor. Dies ist zurück zuführen auf die spezifischen klimatischen Bedingungen und die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten. Die Tabaksorte „Connecticut-Shade“, die in Connecticut / USA angebaut wird und die aufgrund ihrer hellbraunen Blätter besonders in der Dominikanischen Republik sehr gerne als Deckblatt verwendet wird, ist eines der dünnsten Deckblätter und als purer Tabak kaum rauchbar. Jedoch in Kombination mit anderen Tabaksorten, wie beispielsweise dominikanischen Tabaken, ein richtiger Genuss.
Ein Nicaragua Viso beispielsweise, der in er Tabakmetropole Esteli angebaut wird und in der Sonne gezogen wurde („sun grown“), ist sehr mineralreich und entsprechend dick in der Konsistenz. Rollen Sie hiervon ein paar Tabakblätter als Fuma zusammen, wie wir es zum Testen der Rohtabake machen erhalten sie haben ein erdig-würziges Aroma, das Sie mehr an den typischen Zigarrengeschmack erinnern wird, als der des bitteren Connecticut Shades. In der folgenden Weltkarte haben wir Ihnen die größten Anbauregionen unserer Zigarren-Tabake markiert. Sie soll veranschaulichen, welche ganz unterschiedlichen Klima- und Bodenverhältnissen auf die Tabake einwirken, die später in der Karibik oder Lateinamerika in einem ganz bestimmten Verhältnis zu einem exzellenten Zigarren-Blend kreiert werden. Kuba mit seinen „Havannas“ gilt als Mythos in der Zigarren-Industrie. Als eines der ältesten Tabakanbauländer blickt Kuba auf eine lange Tradition und einen unwahrscheinlich großen Wissensschatz im Anbau von Zigarrentabak zurück.
Zigarrenherstellung und Tabakanbau
Anders als in anderen Ländern der Zigarrenherstellung und des Tabakanbaus, werden in Kuba ausschließlich eigene Tabake verwendet, die in verschiedenen Regionen der Insel kultiviert werden. Kubanische Zigarren gelten als mittelkräftig bis kräftig in der Stärke und verfügen über erdige und würzige Noten. Typische Tabake aus den Regionen Esteli, Condega oder Jalapa bilden ebenfalls erdige, würzige Aromen. Dem entgegen steht der klassische dominikanische Tabak, welcher eher über milde, cremige Noten verfügt.
Anders als in Kuba, stehen die großen Zigarren-Herstellungsländer Nicaragua, Dominikanische Republik und Honduras jedoch für eine Vielzahl an Aromen. Dies ergibt sich durch eine breitere Anzahl an verwendeten Tabaksorten. Zudem werden zahlreiche Tabake aus Ländern wie Peru, Indonesien, Brasilien oder Mexiko zugekauft, die hervorragenden Tabak anbauen, jedoch kaum eigene Zigarren produzieren.
Diese Vielzahl an Tabaksorten, die entweder im eigenen Land gewachsen sind oder aus anderen Ländern zugekauft werden, bieten Tausende Möglichkeiten von Zigarren-Blends und machen das Genießen unserer Zigarren und das Erschmecken der Aromen so spannend. Aus diesem Grunde kann eine Zigarre, die in der Dominikanischen Republik hergestellt wird, kräftiger, erdiger oder würziger sein als eine Zigarre aus Nicaragua. Vorausgesetzt der Blend wurde mit den entsprechenden Tabaksorten kreiert.
Das Aroma-Tasting
Nachdem wir nun einiges an Theorie und Informationen zu Tabaksorten, Anbauländern und deren Aromen beim Zigarren rauchen besprochen haben, möchten wir Ihnen einige Zigarren empfehlen, bei denen einige Grundaromen unseres Aroma-Navigators ganz prägnant herauszuschmecken sind.
Um Aromen wirklich herausschmecken zu können und charakterisieren zu können, ist viel Erfahrung notwendig. Vor allem wenn viele Aromen zusammenspielen.
Deshalb möchten wir Ihnen für den Einstieg folgendes Aroma-Tasting empfehlen:
Holzige, nussige und süße Aromen
Henry Clay War Hawk Robusto
Montosa Amarillo Robusto
Cremige Aromen
Leonel Classic Robusto
Davidoff Signature No.6000
Erdige und würzige Aromen
Carlos Andre Pace Robusto
Leonel Rare
Schokoladige Aromen
Perla del Mar Maduro Robusto
Padron 1926 Serie Maduro No.2
Gewürz Aromen
Joya de Nicaragua Antano Dark Corojo La Niveladora
Kaffee Aromen
CAO Cameroon Robusto
Grasige Aromen
The Griffins Classic Gran Robusto